Solidarität mit dem Rhino und dem La Tour in Genf!

Am 23.Juli wurde das seit 20 Jahren besetzte Rhino in Genf geräumt, 13 Tage nach der Räumung des "La Tour", ebenfalls in Genf. In diesem Beitrag gibts einige Infos zu beiden Häusern und Soli-Aktionen (noch nicht ganz fertig!).

 

Das Rhino in Genf

 

«Rhino» steht für «retour des habitants dans les immeubles non occupés», was heisst, dass in unbewohnte Wohnhäuser wieder Bewohner zurückkehren sollen. 1988 protestierte eine Gruppe von Studenten gegen die Immobilienspekulation, als sie die beiden stattlichen, leeren Gebäude nahe der Genfer Altstadt besetzten. Denn in den Achtzigerjahren waren in Genf kaum Wohnungen zu mieten, obwohl Hunderte von Häusern leer standen. Ihre Besitzer hatten sie vom Markt gezogen, um das Angebot zu verknappen und so die Preise in die Höhe zu treiben. «Das Amt für Statistik registrierte 2500 leerstehende Wohnungen, während 3000 Personen auf der Warteliste der Stadt eingetragen waren», sagt Maurice Pier. Die Besetzer haben seither aus dem «Rhino» einen Ort des gemeinschaftlichen Wohnens und einen Treffpunkt der alternativen Kulturszene gemacht.

Dass sich das «Rhino» und zahlreiche andere Hausbesetzungen in Genf halten konnten, verdanken sie wesentlich der starken Unterstützung, welche die «Squatter» in Genf durch die linken Parteien und in grossen Teilen der Bevölkerung geniessen. Zahlreiche Persönlichkeiten, die für die Rechte der Mieter gefochten haben, sassen oder sitzen heute noch in den politischen Institutionen von Stadt und Kanton. So weigerte sich etwa im Jahr 1989 die Kantonsregierung trotz Räumungsbefehl des damaligen freisinnigen Staatsanwalts, die Polizei zur Evakuierung des «Rhino» aufzubieten, weil sie einen Aufstand der Strasse vermeiden wollte. Tolerant zeigte sich auch der frühere SP-Staatsanwalt Bernard Bertossa, der nur dann räumen liess, wenn die Besitzer ein konkretes Projekt vorlegten. Das Motto hiess: Besser ein besetztes Haus als ein leerstehendes Haus. Zwar versichert der neue freisinnige Staatsanwalt Daniel Zappelli, die Doktrin seines Vorgängers zu respektieren. Dass der Wind gedreht hat, zeigen allerdings die Zahlen. War Genf noch Mitte der Neunzigerjahre die meistbesetzte Stadt Europas mit rund 140 Besetzungen, zählt sie heute nur noch 27; als Zappelli sein Amt im Jahr 2003 antrat, waren es immerhin noch 120 «Squats». Dass die Zahl der besetzten Häuser abnimmt, liegt aber nicht nur am Staatsanwalt. Die seit eineinhalb Jahren amtierende Kantonsregierung setzt sich dafür ein, dass Bauen in Genf mit seinen zahlreichen administrativen Hürden wieder möglich wird. So ist es dem liberalen Regierungsrat Mark Muller gelungen, Vertreter von Mietern und Bauherren an einen Tisch zu bringen und ihre widerstrebenden Interessen in einem Pakt gegen die Wohnungsnot zu vereinen. Baubewilligungen für «Squats» werden rascher als früher erteilt, und in den nächsten Jahren sind grössere Überbauungen, auch mit einem Anteil an Sozialwohnungen, geplant. Denn die Leerwohnungsziffer ist in Genf mit 0,15 Prozent auch heute noch die tiefste in der Schweiz. Für Mieter mit schmalem Budget ist es fast unmöglich, eine geeignete Wohnung zu finden. Quelle: espace.ch

(Quelle: http://infovs.blogsport.de/author/direct-action)

 

 

La Tour - das ist eines der wichtigsten besetzten Häuser in der Stadt Genf und ein wichtiger Ort zur Auslebung alternativen Lebens und handeln’s. La Tour beherbergte eine selbstverwaltete Kinderkrippe, einen Konzertsaal, ein Studio, einen Photoraum, einen Saal (für Theater, Sport, Film, Tanz, Bandraum), einen Infokiosk, einen Schlafraum für Leute auf Durchreise erst seit kurzem auch einen Serigraphiewerkstatt…

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